Zeichung eines Eichhörnchens

Das Eichhörnchen auf Futtersuche. Eine Herbstgeschichte.

An einem Montag im Herbst huschte ein Eichhörnchen durch den Wald. Es war kalt und der Wind pfiff ihm um die Ohren.

Das Eichhörnchen war auf dem Weg, um Futter für den Winter zu suchen. Eichhörnchen vergraben nämlich im Herbst Futter, damit sie im Winter einen Vorrat haben.

Am Montag fand es einen Tannenzapfen. Es buddelte ein Loch und legte ihn hinein.

Am Dienstag fand es zwei Walnüsse. Es buddelte ein Loch und legte sie hinein.

Am Mittwoch fand es drei Kastanien. Es buddelte ein Loch und legte sie hinein.

Am Donnerstag fand es vier Eicheln. Es buddelte ein Loch und legte sie hinein.

Am Freitag fand es fünf Haselnüsse. Es buddelte ein Loch und legte sie hinein.

Am Samstag fand es Beeren, einen Pilz, Sonnenblumenkerne, Rosinen und Bucheckern. An diesem Abend taten ihm die Pfoten weh vom Buddeln.

  

Der nächste Tag war ein Sonntag. Dem Eichhörnchen ging es schon viel besser. Es baute sich ein Nest zum Schlafen, das man Kobel nennt. Dafür sammelte es Zweige, Nadeln und Blätter.
Im Kobel war es warm und kuschelig. Das Eichhörnchen rollte sich zusammen und schlief. Wenn es Hunger bekam, suchte es eins seiner Verstecke. So verbrachte es die Zeit bis zum Frühling. Tschüss, bis dann!

 

Hinweis: Das Bild der Bucheckern stammt nicht von Pixabay.com, sondern von Wikipedia (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Beukenootjes.jpg). Dabei findet sich folgender Hinweis:

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Es darf verwendet werden, wenn der Name des Erstellers („Rasbak“) und ein Link zur Lizenz angegeben wird. Nutzungen, Veränderungen und Veröffentlichungen müssen immer unter der gleichen Lizenz wie das Original gemacht werden.

 

Leider konnte ich kein Bild von einem Eichhörnchen im Kobel finden, das zur freien Nutzung gekennzeichnet ist.

Informationen zu dieser Geschichte

Diese Geschichte habe ich für meine erste Klasse an einer Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung geschrieben. Sie diente dem Erstunterricht und greift hierbei viele Lerninhalte auf, die in dieser Zeit eine Rolle spielen:
– Zahlen und zählen lernen
– Wochentage
– Jahreszeiten
– erster Zugang zu Geschichten und ihrer Struktur („Literacy“)
Zum letztgenannten Punkt: Insbesondere die gleich bleibende Struktur und auch die Wiederholung einzelner Wörter und Sätze hilft dabei, der Geschichte zuzuhören, sie sich zu merken und ggf. Inhalte wiederzugeben. Gerade für Kinder, denen zu Hause selten vorgelesen wird, ist ein leichter Zugang zur Lesekultur über den Unterricht wichtig. Die Geschichten, die ich für meine Klasse geschrieben habe, werden nach und nach in ihrem Aufbau und ihrem Inhalt komplexer, sodass sich der Wortschatz und der Satzaufbau langsam steigern kann und meine Schülerinnen und Schüler immer mehr Möglichkeiten der Gestaltung von Sprache und Texten kennen lernen.

Darüber hinaus bietet es sich natürlich an, auf Basis der Geschichte andere Themen vertieft zu bearbeiten, wie beispielsweise im Sachunterricht über Eichhörnchen, ihr Verhalten und ihre Ernährung zu sprechen. Aber auch für den Kunstunttericht gibt es hier sicherlich verschiedene Projektideen!

Beim Vorlesen bin ich so vorgegangen:
Ich habe die Geschichte im Herbst an jedem Morgen im Morgenkreis vorgelesen bzw. mit den Kindern gemeinsam gelesen und anschließend in der Freiarbeit verschiedene Aufgaben hierzu angeboten.
Wir arbeiten in der Klasse gebärdengestützt, sodass die Wochentage und einzelne Wörter der Geschichte zusätzlich zum Vorlesen gebärdet wurden. Reihum hat dabei jeweils ein Kind den entsprechenden Wochentag genannt und gebärdet und die abgebildeten Dinge gezählt und benannt. Am Samstag werden lediglich die verschiedenen Bilder benannt, ohne sie zu zählen. Meine Schülerinnen und Schüler haben schon nach einiger Zeit begonnen, darüber hinaus ganze Textpassagen mitzusprechen, was wiederum durch die häufigen Wiederholungen erleichtert wird.
Zusätzlich ist es möglich, Gegenständen mizubringen wie z.B. ein Eichhörnchen-Kuscheltier oder die Kastanien etc. und sie an den entsprechenden Textstellen zu zeigen. Insbesondere stärker beeinträchtigten Kindern fällt es leichter, hiermit zu arbeiten und diese zu zählen (EIS-Prinzip).