Zeichung eines geschmückten Tannenbaums, unter dem Geschenke liegen

Warten auf Weihnachten

Es war einmal ein kleiner Junge, der liebte Weihnachten sehr. Das ganze Jahr freute er sich darauf. Schließlich kam der Winter. Es wurde kalt und dunkel draußen. Da wusste der Junge: Bis Weihnachten dauert es nicht mehr lange. Jeden Tag fragte er seine Eltern: „Wann ist Weihnachten?“ „Bald,“ sagten seine Eltern immer, „bald.“

Da hatte seine Mutter eine Idee. Sie packte ihrem Sohn für jeden Tag bis Weihnachten ein kleines Päckchen.
Jeden Morgen durfte er ein Päckchen aufmachen. So konnte er genau sehen, wie viele Tage er noch bis Weihnachten warten musste.

Am Sonntag fand er eine Kerze im Päckchen.
Er zündete sie an, aber Weihnachten war immer noch nicht da.

Am Montag fand er zwei Mandarinen im Päckchen.
Er aß sie alle auf, aber Weihnachten war immer noch nicht da.

Am Dienstag fand er drei Stück Schokolade im Päckchen.
Er aß sie alle auf, aber Weihnachten war immer noch nicht da.

Am Mittwoch fand er vier Walnüsse im Päckchen.
Er aß sie alle auf, aber Weihnachten war immer noch nicht da.

Am Donnerstag fand er fünf Kekse im Päckchen.
Er aß sie alle auf, aber Weihnachten war immer noch nicht da.

Am Freitag fand er ein Bonbon, einen Apfel, eine Haselnuss, einen Lebkuchen, einen Lolli, eine Birne und Gummibärchen im Päckchen.
Er aß sie alle auf. An diesem Abend hatte er Bauchschmerzen. Aber Weihnachten war immer noch nicht da.

                  Der nächste Tag war wieder ein Samstag. Der Junge fand einen Schokoladenweihnachtsmann im Päckchen.
Es ging ihm schon viel besser, denn heute war das letzte Päckchen an der Reihe. Keins hing mehr an der Schnur. Das hieß, dass heute Weihnachten war! Der Junge freute sich riesig. Er und seine Eltern feierten ein wunderschönes Weihnachtsfest. Danach kuschelte er sich müde und glücklich in sein warmes Bett. Gute Nacht!

Informationen zu dieser Geschichte

Diese Geschichte basiert auf ähnlichen Grundlagen wie die Geschichte „Das Eichhörnchen auf Futtersuche.“ Sie wurde ebenfalls für den Erstunterricht geschrieben und greift die gleichen Lerninhalte, insbesondere die Wochentage und die Zahlen von 1 bis 5, auf.

Auch beim Vorlesen war das Vorgehen ähnlich, d.h. sie wurde jeden Morgen im Morgenkreis vorgelesen, die Wochentage wurden von den Schülerinnen und Schülern reihum benannt und die abgebildeten Dinge gezählt. Zusätzlich lässt sich hier das Thema Weihnachten noch vertiefen, indem z.B. an der Textstelle, an der es heißt „Es wurde kalt und dunkel draußen“ das Licht gelöscht und eine Kerze angezündet wird. Ich habe außerdem den SchülerInnen reihum den Bauch gerieben, wenn der Junge in der Geschichte Bauchweh bekommt. Denkbar ist auch, eine Wärmflasche mitzunehmen und sie zu befühlen oder kurz auf den Bauch zu legen. Dieser Einbezug der taktilen Wahrnehmung ist insbesondere für SchülerInnen mit einer Schwerstmehrfachbehinderung sinnvoll. Möglich ist auch, an den entsprechenden Wochentagen die genannten Dinge mitzubringen und von den Kindern probieren zu lassen, um einen weiteren Sinn anzusprechen. Auch dies kann eine Option sein, SchülerInnen mit stärkeren Beeinträchtigungen einzubeziehen.

Die Geschichte lässt sich gut in die ritualisierten Abläufe in einer Klasse zur Weihnachtszeit eingliedern. Im Morgenkreis können die SchülerInnen dann so wie der Junge in der Geschichte ihre Adventskalender öffnen oder erzählen, was sie zu Hause dort vorgefunden haben. Und so wie in der Geschichte werden die Päckchen oder Türchen des Kalenders immer weniger und die vergehende Zeit bis Weihnachten wird deutlich.